Noch freie Plätze: Future Memories – Nostalgie für eine Zukunft (Dozentin: Prof. Dr. Nina Möntmann)

Es gibt noch freie Plätze im Seminar unserer neuen Professorin für Kunsttheorie, Prof. Dr. Nina Möntmann.

Zach Blas: Jubilee 2033, film still (2018)

Die Idee von ‚Zukunft’ steckt in einer Krise, Fortschrittsvisionen sind umstritten, Modelle globaler Gemeinschaften werden ausgebremst. In Szenarien, wie wir morgen leben wollen oder welche Bedürfnisse wir an die Zukunft stellen, geht es in erster Linie darum, zu schützen, was wir haben, sei es materieller Wohlstand oder die Umwelt. Vor diesem Hintergrund lassen sich in Kunst und Theorie viele Fragestellungen erkennen, die den Wandel eines Zukunftsbildes betreffen: Warum wurde Fortschritt so unpopulär? Muss Fortschritt tatsächlich immer die Ausbeutung von Menschen, natürlichen Ressourcen und der Umwelt implizieren? In der Tat sind viele aktuelle Zukunftsvorstellungen, die sowohl politische als auch soziale Ideen und Konzepte dominieren, hauptsächlich rückständig, während ein vorwärtsgewandter Blick eher Dystopien hervorzubringen scheint: Soziale Aktivisten stellen sich vor, dass wir uns eher mit biologischem ‚Urban Gardening’ beschäftigen als mit High-Tech-Umgebungen, gleichzeitig propagieren neoliberale Politiker seit der Bankenkrise verstärkt konservative Werte und eine „Back to the Roots“ –Haltung, und rechtsnationale Politiker ein Zurück zu Volk und Grenzen propagieren, während uns die TV-Serie ‚Black Mirror’ eine durch technologischen Fortschritt evozierte soziale und ökologische Verwüstung vor Augen führt. Welche Hintergründe konnten zu einem derartigen Verlust an positiv fortschrittlichen Zukunftsbilden führen? Der Kulturtheoretiker Mark Fisher etwa entlarvt hier die Urheberschaft konservativ paralysierender Dynamiken des Kapitalismus („Capitalism has abandoned the future because it can’t deliver it“).
Aber müssen wir wirklich zurückblicken, um uns die Zukunft vorzustellen? Das Seminar wird analytische Ansätze aktueller Arbeiten von Künstler/innen und Theoretiker/innen sowie deren Vorschläge alternativer Zukunftsszenarien diskutieren (Creative Commons, Accelerationismus, ‚Post-Human’-Szenarien etc.). Wir werden Arbeiten von Tyler Coburn, Trevor Paglen, Zach Blas, Hito Steyerl, Minze Tummescheidt & Arne Hector, Marysia Lewandowska & Neil Cummings, und The Otolith Group diskutieren.

Zeiten:

10.10. 2018 (VORBESPRECHUNG!)
14.00 – 15.00 R 216 Werkraum Kunst
8.11 . 2018
10.00 – 17.00  R 216 Werkraum Kunst
10.11. 2018
10.00 – 13.00  R 216 Werkraum Kunst
10.1. 2019
10.00 -17.00  R 216 Werkraum Kunst
12.1. 2019
10.00 -13.00  R 216 Werkraum Kunst